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Sonntag, 3. November 2013

Die Debatte um das Erlernen des Scheiterns #fail13

Eine Diskussion, die es auf dem Barcamp des Scheiterns durchaus gab und zu der ich gern meinen eigenen Senf abgeben möchte:

Zur Zeit könnte man das Gefühl bekommen, das Scheitern wäre in der Gesellschaft angekommen. In allen Zeitschriften und Zeitungen liest man, dass man das Scheitern lernen kann und es gibt sogar Veranstaltungen, die das Scheitern als sexy anpreisen. Hintenrum kommt dann die Botschaft, dass man Scheitern können muss,um erfolgreich zu sein. Scheitern kann man erlernen, um wirklich erfolgreich zu sein.

Wie bitte? Liebe Leute. Wieso muss denn auch noch dieses Thema dazu benutzt werden, weiteren Erfolgsdruck zu generieren? Wie soll man das Scheitern denn genau erlernen und gibt es dazu dann auch messbare Skills?

Auch ich halte eine Debatte um das Scheitern für sehr wichtig und für noch viel wichtiger halte ich es, das Scheitern als wichtigen Teil des Lebens zu thematisieren. Allerdings diesen Gedanken wiederum in einen Erfolgszwang zu pressen und Scheitern als Mittel zum Erfolg zu missbrauchen halte ich für verfehlt und perfide.

Ich möchte an der Stelle dafür plädieren, das Scheitern einfach mal sein zu lassen, was es ist: ein Endpunkt. Was man anschließend aus der Erfahrung macht ist eine völlig andere Sache. Zunächst muss man durch den Prozess gehen, das Ende anerkennen und durchleben. Das ist nicht zwangsläufig schön, muss aber auch nicht unbedingt unerträglich schmerzhaft sein - kann es aber beides. Wenn man diesen Prozess der Anerkennung überspringt indem man gleich davon ausgeht, dass diese Erfahrung einen später weiterbringen wird und es sich ja eigentlich wie bei allem (und sowieso) um etwas Positives handelt glaube ich nicht, dass man sich dem Scheitern wirklich stellt.

Das Scheitern zu erlernen, um erfolgreich zu sein oder auch das Vorhaben postiv, schöner, sexy (oder was da auch sonst noch so kursiert) geht an der Sache selbt vorbei. Menschen scheitern; egal ob sie es "erlernt" haben oder nicht. Angenehm wird es den Wenigsten sein. Natürlich ist eine Lehre, die man aus der Situation mitnehmen kann nicht ausgeschlossen - muss aber auch nicht sein. Zu unterstellen, dass immer ein Fehler passiert ist, unterstellt Schuld und auch darum geht es nicht. Manchmal passen einfach die Umstände nicht und schon geht eine Sache schief. Lehren, die man aus einem solchen Scheitern zieht, dürften (zumindest konkret) kaum anwendbar sein, wenn man auch als Mensch daran wachsen kann. Das Wachsen liegt dann aber eher an der gemachten Erfahrung und des Anerkennens, als an den Lehren.

Eine weitere Sache stört mich an der Debatte um das gute, schöne, schlechte, bessere Scheitern und das sind die wertenden Adjektive. Ich glaube einfach nicht, dass sich Scheitern in diesen Begriffen bewerten lässt. Und falls doch, dann höchst individuell und von einer Situation in die nächste wieder anders.

Auch wenn gerade nahezu inflationär über Scheitern gesprochen wird, habe ich nicht den Eindruck, dass sich dadurch wirklich ein Blickwinkel verschiebt - sehr schade, aber genau darüber sprechen wir ja.

Samstag, 2. November 2013

Der Odyssey erster Teil #fail13

Der Sessionteil des ersten Tages der Odyssey of Failure ist vorbei und ich bin begeistert. Es ist ein schönes kleines Barcamp mit sehr intimier Atmosphäre geworden. Unglaublich interessante Leute, wahnsinnig tiefe Themen. Der Anteil der Selbsthilfegruppen-Stimmung hält sich in Grenzen und ist in genau dem Maße vorhanden, wie es angenehm ist.

Bereits die Eröffnungssession von Regine offenbarte einen schönen, tiefgründigen Humor, der sich auch im weiteren Verlauf des Tages häufiger zeigen sollte.

Es sind Themen aufgetreten, die mich sehr persönlich berühren und deren Diskussion mich aufgewühlt und befriedigt hat. Für die Blogpost des Jahresrestes bin ich auf jeden Fall hervorragend mit Anregungen ausgestattet.

Weitere Themen haben mich nicht nur berührt, sondern auch deutlich zum Nachdenken gebracht. Es gibt da Themen in meinem Leben, bei denen ich aus purer Angst vor möglichen Folgen gescheitert bin, sie überhaupt anzusprechen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee ist, aber mit behutsamem Feingefühl dürfte es möglich sein, sich zumindest anzutasten.

Für heut ist noch ein gemütliches Hangaround geplant und ich freue mich auf weitere tolle Gespräche und die Sessions von morgen, die auch noch vieles Interessantes versprechen.

Bereits in der Struktur gescheitert

Scheitern wird häufig sehr individuell wahrgenommen und thematisiert. Es ist auch meist ein sehr persönliches Thema. Allerdings fehlt dieser Betrachtung ein wesentlicher Punkt, den ich bereits an anderer Stelle thematisiert habe.

Wenn Menschen ausgegrenzt werden, weil sie nicht in eine bestimmte Gesellschaftsstruktur passen, ist das Scheitern eigentlich kollketiv - in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wird gemeinschaftlich auf das Scheitern von Menschen hingearbeitet, zum anderen scheitert ein ganzes Kollektiv daran, Menschen zu integrieren und damit selbst den Blick zu erweitern.

Welche Natur das Anderssein hat, spielt dabei nur im konkreten Beispiel eine Rolle. Es kann sich dabei um Hautfarbe, Nationalität, Religion, sexuelle Orientierung, Körperform oder jedes beliebige andere Merkmal handeln. Irgendwie hat man ja sein "ästhetisches Empfinden". Irgendwie gibt es ja Regeln und irgendwie ist ja alles klar. Und wenn man sich so gemütlich in seinem Gebilde von Gesellschaft eingerichtet hat, ist natürlich alles, was anders ist erst einmal eine Bedrohung.

Menschen, die wir durch solche Xenophobie ausgrenzen, können gegen ihre Situation dabei relativ wenig tun. Natürlich gibt es auch Persönlichkeiten, die genau durch ihr Anderssein profitieren - aber das ist nicht die Mehrheit. Viel zu häufig trauen sich Menschen nicht, sich zu outen, weil sie Angst vor Diskriminierung haben. Viel zu häufig werden Menschen aufgrund von Religion ausgeschlossen, aufgrund von sichtbaren oder nicht sichtbaren Merkmalen bei Aktivitäten, Jobs, Gesprächen benachteiligt oder gesondert behandelt. Diesen Leuten kann man nicht einfach sagen, sie mögen sich ihr Scheitern genau ansehen und da durch gehen, denn es ist in diesen Fällen nicht individuell gelagert.

Aus gesellschaftlicher Sicht sollt man sich neben dem moralischen Aspekt auch fragen, welche Potentiale verloren gehen, wenn alles was nicht sorfort begreifbar ist, ausgegrenzt wird. Da sind so viele Standpunkte, Weltsichten, Erfahrungen, spannende Themen, die verlorengehen, nur weil man Angst vor dem Verlust des aktuellen Gerüsts hat.

Eigentlich sollte sich jeder nur trauen, selbst zu scheitern und dem Unbekannten eine Chance geben. Wenn wir das in der gesellschaftlichen Mehrheit schaffen, kann strukturalisiertes Scheitern eingegrenzt werden.

Freitag, 1. November 2013

Kurz vor Start: Die Odyssey of Failure

Ich bin in Berlin. Wir schreiben den 1. November 2013 - Allerheiligen.

Seit fast einem Jahr sind Regine, Holger und ich dabei, die Odyssey of Failure zu organisieren. Immer wieder hatten wir Momente, in denen wir dachten, dass wir das Ganze vielleicht verschieben sollten oder teilweise auch daran zweifelten, das Ding gewuppt zu bekommen.
Immer wieder machte der (zugegebenermaßen nicht der allerbeste) Witz die Runde, dass es nur konsequent ist, wenn wir mit einem Barcamp des Scheiterns scheitern - hahaha ;)

Jetzt sitzen wir in Regines Wohnzimmer und denken über die letzten Dinge nach, die noch getan werden müssen. Barcamptassen werden genau in diesem Moment geliefert, ein paar Einkäufe müssen noch gemacht werden, wir feilen an unseren Sessions. Der Zeitplan steht, die Nervosität steigt. So langsam wird es ernst.
Hier die Tassen inklusive Dank an unsere Sponsoren (nugg.ad, Sonntagmorgenhttp://www.apfelzet.de/, und datarella):

 Wir sind gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird, freuen uns auf die Leute die kommen und freuen uns über jeden, der uns auf dem Weg hierher unterstützt hat.
Wer in Berlin ist und neugierig ist, kann gern noch in der c-base vorbeikommen. Yeah - das wird grandios!!!

Dienstag, 24. September 2013

#bcs6 Barcamp Stuttgart

Nachdem ich vom Barcamp Bodensee bereits sehr angetan war, freute ich mich schon lange auf das nächste in Stuttgart.

Bereits im Vorfeld wurde heftig die Vorfreude geschürt, indem immer mehr liebe Leute bekanntgaben, auch dort zu sein. Als dann der Jay F. Kay auch noch von dem Barcamp Stuttgart als Genussbarcamp bloggte, war die Vorfreude komplett.

Schon das Vorglühen war phantastisch. Einige der Barcamper versammelten sich Freitag abend zum gemütlichen GetTogether im Ratskeller. Es war ein fröhlicher Umtrunk und wie nicht anders zu erwarten, gab es mehrere Situationen, in denen ich ganze Sturzbäche lachte. Die obligatorischen Werwölfe machten die Umwelt unsicher, Dörfler fahndeten nach ihnen und waren dabei glücklicherweise nicht immer erfolgreich ;)

Der nächste Morgen begann nach herzlich wenig Schlaf aber in vollkommener Vorfreude bereits um 8 Uhr. Nach einigen kleineren Hilfestellungen in Sachen Aufbau (das Ganze war phänomenal organisiert), ging es über zum Frühstück. An der Stelle wurde klar, dass der Blogpost des Jay alles andere als übertrieben war. Was da aufgefahren wurde, war einfach himmlisch! Feine Pancakes, Brot, Brötchen, Croissants, Käse, Wurst, Marmelade, Früchte und noch mehr. Leckeren Kaffee, nette Gespräche, tolle Leute - ein Hochgenuss!

Nachdem die hungrigen Mäuler gestopft waren, versammelte sich die lustige Barcampgemeinde im zweiten Stock zur Eröffnungssession: Alle Teilnehmer stellten sich vor, die Sponsoren wurden vorgestellt und es folgte die Sessionplanung. Man hätte sich an der Stelle schon zerrupfen mögen: so viele interessante und spannende Sachen und alles in einem so engen Zeitfenster - der Hammer!

Da mein Zeitfenster leider noch viel enger war als das des Barcamps musste ich Entscheidungen treffen und konnte nur an wenigen Sessions teilnehmen. Was ich allerdings erlebte war wirklich interessant! Wir diskutierten rege über Recht im Netz (die Session hätte gern einige Stunden länger gehen können - DANKE), dieMöglichkeit mit PR die Welt zu retten (tausend Dank, das war megaspannend) und ich bekam interessante Einblicke in die Arbeit von Community Managern.

Neben den tollen Sessions, von denen ich viel zu wenige besuchen konnte hab ich mal wieder unglaublich interessante Leute kennengelernt. In den nächsten Tagen werde ich einiges zu tun haben, diese Kontakte wirklich in mein Leben zu übertragen und freue mich darauf.

Zu guter Letzt muss den Organisatoren und Sponsoren noch ein Lied gesungen werden: Leute, ihr seid PHANTASTISCH!!! Ein unglaubliches Catering, Hilfsbereitschaft ohne Ende, zwischenmenschliches Begegnen das Freude macht - toll! Ohne die vielen Sponsoren und Unterstützer sind Barcamps nicht möglich und dafür gebührt ihnen großer Dank! Und der liebe Jan - WAHNSINN!!! DANKE!!!

Schon jetzt freu ich mich auf das nächste Barcamp in Stuttgart. Bis dahin steht aber noch einiges auf dem Programm. Ganz sicher zum Beispiel die Webcon in Aachen, die Odyssey of Failure in Berlin (in eigener Sache: schaut gern auf Facebook, Startnext und Twitter bei uns vorbei :) ), die Re:publica in Berlin und das Barcamp Bodensee in Friedrichshafen.
Alles für sich genommen Events, die man nicht verpassen sollte und die mich schon jetzt berreichern :D

Dienstag, 20. August 2013

Coworking in Radolfzell

Mal wieder hab ich einen phantasitischen Anstoß bekommen. Seit ich diesen Winter in Berlin war, gibt es davon immer mehr und ich bin gespannt, wo das noch hinführen kann.

Diesmal hat mich die liebe @majehle angetwittert und zu einem Minibarcamp im Coworking-Space Radolfzell eingeladen. Insgesamt gab es 5 kurze Vorträge, von denen ich ausnahmslos alle interessant fand.
Auch als Mensch, der bislang mit der IT nur begrenzt zu tun hatte und sich in entsprechenden Thematiken nur wenig auskennt ist man sehr willkommen, wird herzlich aufgenommen und ist vor allem auch aufgefordert, an Diskussionen teilzunehmen. Und nicht nur, dass ich willkommen war, es herrscht auch eine ausgesprochene Offenheit gegenüber anderen Berufen und Fachbereichen. Diese Offenheit hat mich schon häufiger sehr positiv überrascht und ermutigt mich, diesen Weg weiter zu gehen. Ich werde mir meinen Coworking-Space suchen (wenn es in Konstanz keinen passenden gibt, fahre ich halt nach Radolfzell) und meine Projekte und Arbeiten in der Ethnologie auf diesem Weg nach, vor oder neben der Arbeit weiter verfolgen. Es herrscht eine sehr angenehme, offene, kreative und kollegiale Atmosphäre. Man wird nicht durch seinen Alltag abgelenkt und hat auch noch die Möglichkeit außerhalb des eigenen Fachbereiches zu kommunizieren, da die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen. Besonders das Vermischte in solchen Büros und der wunsch konzentriert zu Arbeiten und dennoch eine soziale Arbeitsumgebung zu haben, macht dieses Konzept für mich unglaublich interessant.

Neben den klar IT-lastigen Themen, die ich sehr interessant fand und für mich noch einmal reflektieren werde, gab es einen Beitrag der @majehle über Wikispeed. Dieser Beitrag hat mich sehr inspiriert und er passt unglaublich gut zu dem Thema Coworking an sich und zu dem Sharing-Konzept was mich schon lange beschäftigt. Diesen Gedanken des Teilens in die Arbeitswelt zu übertragen (wie es in Open-Source-Projekten schon geschehen ist), sollte meiner Meinung nach endlich Fuß fassen in der Realwirtschaft. Warum sollte man denn ständig alles neu erfinden und sein "Alleinstehungsmerkmal" schaffen, wenn es doch mit Zusammenarbeit so viel effektiver geht? Wir könnten alle zusammen unseren Hirnschmalz investieren, um die Welt besser zu machen, statt uns gegenseitig im Konkurrenzkampf zu zerstören.

Der Gedanke bekommt von mir ein dickes #hach, wie das gesamte Minibarcamp und seine Teilnehmer. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Radolfzell bei euch war.

Montag, 10. Juni 2013

Scheitern-Session - Nachtrag zum #bcbs13

Ein Teil ist mir bei meinem Blogpost zum Barcamp Bodensee entwischt - sehr komisch, denn die Sache liegt mir doch sehr am Herzen.
Als Mitorganisatorin eines Barcamps des Scheiterns, habe ich eine kleine Session zu diesem Thema gemacht. Form der Session war eine Diskussion. Mein Ziel war, herauszufinden was andere Menschen mit dem Thema verbinden; ob das Scheitern noch mehr Menschen beschäftigt und welcher Aspekt für sie besonders spannend ist.
Als sich nach meiner doch recht holprigen Sessionankündigung am Samstag einige Interessenten meldeten, freute ich mich darüber, machte mir aber auch zunehmend Gedanken, wie ich diese Diskussion führen soll.
Als der Raum bei Sessionbeginn aber voll war, war ich wirklich überrascht und unsicher. An meiner Moderations- und Präsentationstechnik muss ich definitiv noch arbeiten und ich hatte etwas Angst, eventuellen Erwartungen nicht genügen zu können. Aber hey, irgendwie geht es ja auch genau darum... Trotz ausbaufähiger Präsentation entwickelte sich eine recht spannende Diskussion.

Es waren viele Ansichten vertreten. Es gab die Meinung, dass jeder selbst für sein Scheitern verantwortlich ist, dass Scheitern immer ein Zeichen ist, nicht alles gegeben zu haben, es gab aber auch die Ansicht, dass Scheitern vollkommen normal und notwendig ist. Letzteres kommt meinem persönlichen Standpunkt recht nah.
Sehr kontrovers wurde der Punkt diskutiert, ob eine gesellschaftliche Kultur des Scheiterns notwendig ist. Mit dieser Kultur des Scheiterns meine ich nicht, dass das Fehlversuche gefördert werden müssen, sondern dass sie toleriert werden sollten und Missgeschicke nicht dazu führen sollten, dass Menschen an ihrem Wert zweifeln.

An der Stelle wurde auch ein Unterschied zwischen dem mitteleuropäischen und amerikanischen Umgang mit dem Scheitern angesprochen. Wo ein Mensch sich hierzulande aufgrund seiner Fehlversuche häufig als Versager fühlt, so wird dies andernorts als Pluspunkt gewertet: Wer bereits gescheitert ist, weiß wo sich Tücken verbergen und kann diese Erfahrung besonders gewinnbringend und risikovermindernd einbringen.

Wenn man zugrunde legt, dass jeder Mensch seine Lebenskraft und sein Selbstwertgefühl aus sich selbst bezieht und sich auch nur selbst aus Tiefpunkten herausholen kann, so könnte man eine gesellschaftliche Verantwortung verneinen. Wenn man allerdings sieht, dass Tiefschläge und überhöhte Erwartungen (an der Stelle sei dahingestellt, ob diese gesellschaftlich oder persönlich sind) zu Lähmungsgefühlen führen, dann kann man sich dennoch fragen, inwiefern es eine gesellschaftliche Verantwortung für Einzelne gibt.
Wenn man einer solchen Verantwortung zustimmt, ist immernoch nicht geklärt, wie man diese etablieren kann. Wie kann ich als einzelner oder auch als Kleingruppe meinen ganz konkreten Beitrag leisten, dass Menschen sich nicht mehr gelähmt fühlen müssen. Wie kann ich einen Anteil daran leisten, dass Scheitern nicht zum Verlust der Selbstachtung führt? Und wieso sollte ich das tun, denn irgendwie ist ja immernoch jeder selbst für sich verantwortlich. Um das Abstraktum "Scheitern" zu illustrieren wurden viele konkrete Beispiele bemüht. Es wurde mit wirtschaftlichem Erfolg argumentiert, wenn es darum ging zu belegen, dass der eigene Einsatz belohnt wird. Auch das Gegenteil dieses Erfolges wurde als Beispiel bemüht. Menschen die sich am anderen Ende der gesellschaftlichen Hierarchie befinden: Obdachlose, Menschen die unfreiwillig keinen Zugang mehr zur Gesellschaft haben.
Dabei ging es nicht darum, die Eigenverantwortung des Individuums zu negieren oder "die böse Gesellschaft" verantwortlich zu machen. Vielmehr wurde versucht, für verschiedene Situationen zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass manchmal ein kleiner Anstoß von außen notwendig ist, um seine eigenen Kräfte wieder mobilisieren zu können.

In der Diskussion wurden diese Fragen und viele weitere aufgeworfen. Für mich war es sehr spannend, das zu beobachten und die Diskussion zu verfolgen. Zu einem Punkt gekommen sind wir dabei nicht und ehrlich gesagt war das auch nicht unbedingt mein Ziel. Es sind viele Fragen offen geblieben, die Diskussion war kontrovers und das Thema hat viele Menschen angesprochen.

Auch außerhalb des Barcamps bekomme ich sehr positive und neugierige Reaktionen und freue mich darauf weiter zu diskutieren und einige dieser Punkte bei der Odyssey of Failure in Berlin zu diskutieren.
Liebe TeilnehmerInnen des Barcamp Bodensee: Habt Dank für die Diskussion, vielen Dank für eure Anregungen und Tipps!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Barcamp Bodensee #bcbs13

Letztes Wochenende hat der Bodensee sich hinter dichtem Regen versteckt und relativ viel seines Charmes auch. War haber halb so dramatisch, denn als ich zum Barcamp schwamm, war alles wieder gut. Draußen hat es zwar immer noch gestürmt und geregnet, aber in der Location war es zum Einen trocken, zum anderen versammelten sich dort schon gegen 18 Uhr famose Menschen.
An dieser Stelle tausend Dank an Oliver, die Sponsoren und all die tollen Leute, die das Barcamp ermöglicht, gestaltet und unterstützt haben. Es war grandios!
Die erste Begegnung mit Hubert war fast von der dritten Art und machte mich für geraume Zeit sprachlos. ;)
Der erste Abend war geprägt von guten Unterhaltungen und viel Lachen. Bereits eine Stunde nach der Ankunft bog ich mich vor Lachen und musste mir die Tränen aus dem Gesicht wischen. Nach dem Essen folgten die Werwölfe und hielten sich bis spät in die Nacht im Camp auf. Bereits am Freitag war ich absolut begeistert.

Der nächste Tag konnte den Ersten noch toppen. In einer ersten kurzen Vorstellungsrunde und Sessionplanung stellte ich fest, dass ich gar nicht alles mitnehmen kann, was mich interessiert und hätte mich am liebsten gevierteilt.
Interessant fand ich neben so vielen anderen Beiträgen auch die Session über teilnehmendes Sponsoring von Mr. WoM. Abgesehen von unglaublich vielen neuen Inputs und tollen Erlebnissen stand der Tag unter dem Zeichen des Gaumenkitzels. Die Vielfalt auf dem Lakritzplaneten hat mich nachhaltig beeindruckt! Ein Sweetup ist eine grandiose Idee - sollte es viel häufiger zu viel mehr Gelegenheiten geben. Ich bin mir sicher, es verbessert die Welt! Die Sweetup-Session ist so gut angekommen, dass sie zu einer Doppelsession wurde. Am liebsten hätte ich die Leckerreien ja bei meiner Diskussion übers Scheitern behalten, aber da ward sie schon abgeräumt. Besonders die Mimikfalter (gut von Hofrat Suess dokumentiert) hätten recht gut gepasst. ;)
Die Sessions wurden von einer Whisky-Verkostung abgeschlossen, die regen Anklang fanden. Hier werde ich es, wie viele andere halten und einfach auf Christians Beitrag verweisen.
Sehr willkommen war das ungefähr zu dieser Zeit eintreffende Abendessen. Wir waren alle einigermaßen hungrig und auch der Alkohol trinkt sich mit ein paar Bissen im Magen deutlich besser. ;)
Der Samstag wurde mit viel Improtheater - bei dem ich schon wieder Tränen lachte - und Werwolf-Sessions abgeschlossen. Glücklich schwamm ich nach Hause und freute mich auf den nächsten Tag.

Der Sonntag war ebenso toll, wenn auch meine Hirnaktivität ob der kurzen vorangegangenen Nächten anfangs etwas verlangsamt war. Dank des Kaffees und des Frühstücks war ich aber relativ schnell wieder hergestellt. Auch sonntags gab es unglaublich interessante Sessions, deren Thematiken von nützlich über interessant bis zu morbide alle Charakterzüge trugen. Von IronBlogging über GTD bis Selbstmord waren alle Themengebiete vertreten. Bei der abschließenden "Aufräumsession" halfen alle mit, die noch da waren, sodass auch das in einer halben Stunde erledigt war.

Insgesamt: Es war toll und ich freu mich schon jetzt auf mein nächstes Barcamp! Jedem der noch nicht auf einem war, kann ich nur empfehlen, diese Atmosphäre mal zu schnuppern. Danke an alle für ein absolut bereicherndes Wochenende. Ich hab so viele neue interessante Menschen getroffen, so viele neue Inputs bekommen, dass ich noch eine Weile damit beschäftigt sein werde, das alles zu sortieren.