Mittwoch, 28. August 2013

Ich glaub es hackt!

Boah bin ich gerade geladen, das kann man sich kaum vorstellen. Grund dafür ist ein Beitrag über Marzahn-Hellersdorf.

Die Hellersdorfer fühlen sich in ihrer Ruhe gestört. Nee, wie niedlich. Man mag sich nicht auf eine Seite schlagen, eigentlich nur seine Ruhe haben, denn man ackert ja wie verrückt. Sagt mal, geht's noch?

Man stelle sich mal vor, die armen braven Bürger müssen sich ernstlich damit konfrontieren, dass unsere spießbürgerliche mitteleuropäische Idylle nicht wirklich alles ist, was es auf dieser Welt gibt. Ja denkt denn irgenwer tatsächlich, dass ein Mensch diese Odyssey der Flucht freiwillig auf sich nimmt? Wie willkommen andere Menschen in manchen Teilen Deutschlands sind, hat sich mittlerweile fast überall auf der Welt herumgesprochen - dennoch flüchten Menschen hierher. Das tun die nicht aus Spaß! Da geht es ums nackte Überleben!

Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich sowieso kein Freund der Nationalstaatlichkeit bin, ist es aus purer Menschlichkeit unsere Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Es gibt so etwas wie Menschenrechte und es leuchtet mir absolut nicht ein, warum man diese von Nationalitäten abhängig machen soll.

Leute, macht doch bitte die Augen auf! Ihr wollt eure Ruhe haben? Ich glaub das einfach nicht...

Kommentare:

  1. "Die Hellersdorfer fühlen sich in ihrer Ruhe gestört. Nee, wie niedlich. Man mag sich nicht auf eine Seite schlagen, eigentlich nur seine Ruhe haben, denn man ackert ja wie verrückt. Sagt mal, geht's noch?"

    Ich glaube, in diesem Satz sind die Aussagen des Video-Beitrags etwas verdreht dargestellt. Die Kausalität ist verrutscht. Das einige "wie verrückt ackern" bezog sich, nach meinem Verständnis des Beitrags, auf die Beschreibung, welche Art Mieter in Hellersdorf u.a. wohnen. Nämlich solche, die viel arbeiten und trotzdem so wenig verdienen, dass sie sich "nur" eine günstige Wohnung in Hellersdorf leisten können.

    "Ihre Ruhe haben und sich nicht auf eine Seite schlagen." - Das ist tatsächlich eine Aussage, die sich auf das Thema bezieht. Allerdings eher auf das Thema, dass jetzt im Vorfeld dort von den Rechten und den Linken ein solcher Halligalli veranstaltet wird, dass sogar Polizei und Medien in Scharen anreisen (müssen). Es erscheint es mir daher eher so, als dass die Anwohner ihre Ruhe vor rechter und linker Propaganda sowie Gewalt haben wollen und vor allem nicht ins Kreuzfeuer extremer Gedanken geraten wollen. (Auch, weil es ja offensichtlich nicht nur beim Gedankenaustausch bleibt, sonst wäre die Polizei ja nicht anwesend.)

    Was die Hellersdorfer über das Flüchtlingsheim denken, wird nur marginal am Rande erwähnt. Der Beitrag erläutert für mich jedenfalls in keiner Weise, dass es den Hellersdorfer nicht bewusst sei, dass die Flüchtlinge nicht zum Spaß nach Deutschland kommen. Auch sagt der Beitrag nicht, dass die Hellersdorfer Anwohner die Menschenrechte von der Nationalität abhängig machen.

    Für mich haben die Hellersdorfer einfach keinen Bock drauf, dass aufgrund dieses anstehenden Flüchtlingsheims, sich die Rechten, Linken und Polizistin in Scharen zusammenfinden. Und das ist meiner Meinung nach legitim.

    Unter uns Pastorentöchtern, ich finde den Beitrag selbst ziemlich unnütz, weil er eben so gar nichts Wertvolles berichtet.

    Und zu guter Letzt könnten die „Hart-Ackernden“ sogar ruhig angepisst sein, denn in gewisser Hinsicht bezahlen sie auch die ganze Party.

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  2. Hallo,
    stimmt, mit dem ersten Satz habe ich tatsächlich etwas verdreht und Meinungsäußerungen sind (fast) immer legitim. Das ändert aber nichts daran, dass ich den Gedanken, einfach nur seine Ruhe haben zu wollen in diesem Kontext nicht nachvollziehen kann.

    Für mich bleibt folgende Kette:

    Es herrschen absolut grausame Bedingungen an einigen Orten dieser Welt, deren Ursachen meist in einem globalen (!) Geflecht liegen.

    Menschen sind deshalb gezwungen zu flüchten.

    Andere Menschen (meist vom rechten Rand) wollen verhindern, dass diese Flüchtlinge "ihr Land" teilen.

    Wieder andere Menschen reagieren darauf mit Gegenaktionen, um den Flüchtlingen zu ermöglichen, anzukommen. Oft geht es sogar darum, zu verhindern, dass die Flüchtlinge angegriffen werden. (Finde ich keineswegs extrem, aber gut)

    Anwohner sehen die unfriedliche Debatte in ihrer Umgebung und wollen ihre Ruhe. An diesem letzten Punkt ist sogar das Wort Katastrophe gefallen... Naja.

    Der Punkt ist meiner Meinung nach dort, dass nur noch die Debatte gesehen wird und nicht die menschlichen Schicksale, die dahinter stehen. Wenn der Interviewte diese gesehen hätte, glaube ich kaum, dass er von der Hellersdorfer Lage als Katastrophe hätte sprechen können. Auch beim zweiten schauen des Videos macht es mich noch wütend, dass die Situation der Flüchtlinge in dem Beitrag mit keinem Wort erwähnt wurde.

    Welche Party meinst du denn genau, die die Steuerzahler bezahlen? Die der Aktivisten oder die der Flüchtlinge?

    Ah, und folgenden Artikel habe ich kurz vor dem Schauen des Videos gelesen - der verdeutlicht einiges: http://maedchenmannschaft.net/schoene-neue-welt-hellcome-to-germany/

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